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Was ist Tee?

Tee wird aus den Blättern der der chinesischen Teepflanze (Camellia Sinensis) hergestellt. Er wurde zuerst in China kultiviert, als wildes Gewächs jedoch auch in Indien entdeckt. Chinesische Mönche und europäische Händler brachten das Gewächs nach Japan, Sri Lanka und in andere Länder. Heute gibt es mehr als 3000 Teesorten, wobei jede ihren eigenen Charakter besitzt und meistens nach der ursprünglichen Region bezeichnet wird. Grüner Tee und Schwarzer Tee unterscheiden sich ausschließlich durch die Fermentation. Bei Grünem Tee wird die Fermentation durch Erhitzen beim Trocknungsprozeß unterbunden. Bei Schwarzem Tee läßt man während der Trocknungsphase den aus den Teeblättern austretenden Pflanzensaft mit dem Sauerstoff reagieren und erhält so einen fermentierten (Schwarzen) Tee.


Wie bereite ich eine perfekte Tasse Tee zu?

Optimal ist es für den Geschmack, den Tee lose in eine gläserne Aufgusskanne zu Füllen, darin ziehen zu lassen und am Ende der Ziehzeit den Tee durch ein feinmaschiges Sieb in eine vorgewärmte Servierkanne aus z.B. Porzellan, Glas oder Metall umzufüllen. Bei diesem Verfahren hat das Teeblatt optimale Entfaltungsmöglichkeiten.
Es empfiehlt sich, für verschiedene Teearten unterschiedliche Siebe und Kannen zu verwenden, daes gerade bei aromatisierten Sorten und Kräutertees sonst zu Mischungen der Aromen kommen

Die Papierfilter sind vor allem für die Zubereitung einer Tasse geeignet. Siebe aus Plastik dagegen können wie auch Teekannen aus diesem Material den Geschmack des Tees beeinträchtigen und sind daher nicht empfehlenswert. Das Tee-Ei ist auch nur bedingt geeignet, da es den Blättern in der Regel nicht ausreichend Platz zur Entfaltung bietet.


Wie lange ist Tee haltbar?

Die Haltbarkeit ist in großem Maße von der Lagerung abhängig. Generell ist Tee ein Produkt mit langer Haltbarkeitsdauer, die Mindesthaltbarkeit beträgt in der Regel 12 bis 18 Monate. Eine Ausnahme bilden hier die aromatisierten Tees, die aufgrund der Aroma-Zusätze empfindlicher auf Luftfeuchtigkeit und den Kontakt mit Sauerstoff reagieren. Insbesondere stark duftende Gewürze können das feine Aroma beeinträchtigen. Damit Sie möglichst lange etwas von ihrem Tee haben, sollten Sie ihn kühl und trocken aufbewahren. Am besten eignen sich dafür gut verschließbare, nicht zu große Blechdosen.


Stimmt es, dass man für die Teezubereitung besser weiches Wasser nehmen sollte?

Für die Zubereitung von Tee empfiehlt sich möglichst weiches Wasser, da sich das feine Aroma so besser entfalten kann. Hartes Wasser sollte man einige Sekunden im offenen Kessel aufwallen lassen; dabei verdampfen Chlor und Phenole und der Kalk setzt sich ab. Bleibt der Tee in der Tasse trüb und schmeckt er fade und seifig empfiehlt sich die Filterung des Wassers mit einem handelsüblichen Wasserfilter.


Sollte man bei sehr kalkhaltigem Wasser Wasserfilter oder Mineralwasser verwenden?

Wasserfilter sind zwar kein "Muss", können aber bei sehr kalkhaltigem Wasser durchaus einen positiven Einfluss auf den Geschmack des Tees haben. Von Mineralwasser hingegen ist eher abzuraten, da sie oft Salze enthalten, die den Teegeschmack beeinträchtigen.


Wofür stehen die Blattgrade und was verbirgt sich z. B. hinter der Bezeichnung "STGFOP"?

Neben dem allseits bekannten Blatt-Tee erhält man beim Sieben der getrockneten Teeblätter eine Reihe weiterer Sortierungen - Broken, Fannings und Dust. Maßgeblich für die Bezeichnung ist die Größe des Blattes, der Blattgrad. Die Blatt-Tees erkennt man an der Bezeichnung "Orange Pekoe" (OP), die Broken-Tees heißen "Broken Orange Pekoe" (BOP). Je nach Blattgröße kommen weitere Spezifizierungen hinzu (vgl. Tabelle). Diese Bezeichnungen sind standardisiert und gelten für sämtliche Schwarztees. Darüber hinaus verleihen einzelne Plantagen ihren Tees oftmals Zusatzbezeichnungen, die das jeweilige Produkt näher charakterisieren. "STGFOP" zum Beispiel heißt "Special Tippy Golden Flowery Orange Pekoe". Mit Tippy wird die Blattspitze bezeichnet, sie unterscheidet sich farblch und in der Struktur vom sonstigen Teeblatt und zeigt in der Regel eine besonders feine Qualität an.

Blatt-Tees zeichnen sich durch ihre großen, langen Blätter aus und tragen die Bezeichnung Orange Pekoe. Sie sind leicht und aromatisch im Geschmack. Broken ist die Bezeichnung für die nächst gröberen Absiebungen aus den Blatt-Tees. Charakteristisch sind hier die etwas dunklere Farbe und ein kräftigeres Aroma. Fannings sind kleine Aussiebungen, die fast ausschließlich für Aufgussbeutel verwendet werden. Sie ergeben eine äußerst kräftige Tasse und besitzen ein eher herbes Aroma. Die Extrakte der Fanning-Tees werden vom Wasser besonders gut und schnell aufgenommen. Dust ist die kleinste Aussiebung der Blatt-Tees und daher sehr ergiebig. Für eine Tasse benötigen Sie nur 1 bis 1,5 Gramm. Diese sehr feine Teekörnung eignet sich hervorragend für Teebeutel. Die nachstehende Tabelle gibt einen Überblick über die handelsüblichen Blattgrade.

 

Das Sortieren - Grundsätzlich erhält man

Blatt-Tee Großblättrige Sortierung; meist langes, großes Blatt, wenig bitternd
Broken-Tee eine kleinblättrige Sortierung (nicht "gebrochen", sondern mechanisch zerkleinert), sehr ergiebig, dunkel färbend, herb
Fannings und Dust Die kleinsten und allerkleinsten beim Sieben anfallenden Blätter, speziell für Aufgussbeutel, herb und dunkelfärbend



Handelsübliche Blattsortierungen sind 
(in abnehmender Blattgröße)

Tippy Golden Flowery Orange Pekoe TGFOP
Golden Flowery Orange Pekoe GFOP
Flowery Orange Pekoe FOP
Orange Pekoe OP
Pekoe P
Handelsübliche Broken-Sortierungen sind 
(in abnehmender Blattgröße)

Tippy Golden Flowery Broken Orange Pekoe TGFBOP
Golden Flowery Broken Orange Pekoe GFBOP
Flowery Broken Orange Pekoe FBOP
Broken Orange Pekoe BOP
Broken Pekoe BP
Fannings F
Dust D

 



Was sind Garten- bzw. Lagentees? 

Gartentees - auch als Lagentees bezeichnet - stammen von einer einzigen Teeplantage und werden im Gegensatz zu den "Blends" nicht mit anderen Teesorten gemischt. Dadurch können Qualität und Geschmack eines solchen Tees von Pflückung zu Pflückung variieren.


Was versteht man unter "Flugtee"? 
Flugtee ist ein First-Flush-Darjeeling, der aus der ersten Pflückung stammt. Kaum geerntet und fermentiert, wird der Darjeeling-Tee per Luftweg aus Indien in das jeweilige Importland überführt. Dieser Tee zeichnet sich durch seine besondere Frische und sein feines Aroma aus und gibt einen Ausblick auf die kommende Darjeeling-Ernte.

Es finden nur kleine und ausgesuchte Chargen ihren Weg als Flugtee nach Europa, der größte Teil harrt seiner mehrwöchigen Schiffspassage um die halbe Welt.


Wodurch wird die Qualität eines Tees beeinflusst? 

Die Qualität eines Tees ist von Faktoren wie Anbaugebiet, Klima, Erntezeiten, Pflücksorgfalt, Verarbeitung und Lagerung abhängig. So gibt es nicht nur Unterschiede zwischen den verschiedenen Anbauregionen, sondern auch innerhalb eines Gebietes. Die Qualität des Tees einer Plantage, kann durchaus variieren. Aufgrund der Wetterbedingungen kann kein Teegarten zu jeder Jahreszeit immer die gleiche Qualität anbieten. Generell lässt sich sagen, dass Tee aus höhergelegenen Gebieten in der Regel von feinerer Qualität ist, da die Blätter langsamer wachsen und so einen duftigen Geschmack entwickeln können. Tees aus tiefer gelegenen Gebieten sind meist kräftiger und dunkler im Aufguss, können aber ebenfalls sehr hochwertig sein. 


Stimmt es, dass Teebeutel minderwertige Qualitäten enthalten? Warum füllt man nicht großblättrigen Tee in Teebeutel? 

Die Qualität der Teebeutel unterscheidet sich "nicht unbedingt" von der Qualität loser Tees. Beim Sieben der Tees fallen verschiedene Sortierungen an. Die kleinen Blattgrade, Fannings und Dust, finden sich im Teebeutel wieder. Der Grund für die Verwendung kleiner Partikelchen liegt darin, dass der Teebeutel meist für die schnelle Tasse vorgesehen ist. Der großblättrige Tee könnte sich in den kleinen Teebeuteln gar nicht richtig entfalten.

In den letzten Jahren wird aber zunehmend darauf geachtet, dass die Qualität der teebeutel besser wird. Insbesondere die Teefachhändler können in der Regel mittlerweile eine durchaus vernünftige Qualität auch im Teebeutel anbieten, die sich wohltuend vom Beuteltee aus dem Supermarkt abhebt.


Welche Inhaltsstoffe stecken in einer Tasse Tee und welche Auswirkungen haben diese auf das gesundheitliche Wohlbefinden?

Tee enthält viele ernährungsphysiologisch wertvolle Inhaltsstoffe. Die größte Gruppe bilden die antioxidativ wirkenden Catechine. Sie gehören zu den sogenannten Antioxidanzien, die einen positiven Einfluss auf den Cholesterin-Spiegel im Blut haben und dadurch unter anderem vorbeugend gegen Herzerkrankungen wirken.

Das im Tee enthaltene Theanin hat Einfluss auf das Zentrale Nervensystem. Es steigert das Wohlbefinden und wirkt zudem beruhigend. Darüber hinaus spielt das Theanin eine entscheidende Rolle bei der Bildung der Aromastoffe im Tee.

Ein weiterer Wirkstoff ist das Koffein. In einer Tasse sind etwa 40 mg Koffein enthalten. Die anregende Wirkung lässt sich allerdings durch die Ziehzeit beeinflussen. Nach einer Ziehzeit von ca. drei Minuten ist das Koffein vollständig gelöst. Körperliche und geistige Kräfte werden mobilisiert, Müdigkeit und Erschöpfungszustände verscheucht. Mit zunehmender Brühzeit werden immer mehr Tannine ( Gerbstoffe) freigesetzt, die dem Tee eine eher beruhigende Wirkung verleihen. Diese beruhigenden Eigenschaften wirken sich auch positiv auf den Magen- und Darmtrakt aus.

Daneben enthält Tee Mineralstoffe und Spurenelemente wie Mangan, Kalium und Zink. Fünf bis sechs Tassen Tee decken 45% des Tagesbedarfs an Mangan - wichtig für den Aufbau der Knochensubstanz - sowie ¾ des Tagesbedarfs an Kalium - gut für Herztätigkeit, Muskeln und Nerven. Das im Tee enthaltene Fluorid schützt vor Karies. Zudem sind in Tee B-Vitamine (B1, B2, B6) enthalten. Diese erfüllen eine wichtige Funktion für den Stoffwechsel, indem sie Energie aus der Nahrung freisetzen. Ätherische Öle verleihen dem Tee Duft und Aroma und stimulieren somit die Geruchs- und Geschmacksnerven.


Was sind Antioxidanzien im Tee und was bewirken diese?

Allgemein sind "Antioxidanzien" Stoffe, die Oxidationsprozesse hemmen bzw. die Oxidation von Fetten im Körper verzögern. Die im Tee vorkommenden Antioxidanzien sind die sogenannten Flavonoide. Im menschlichen Organismus können sie zum Schutz vor freien Radikalen beitragen und so dabei helfen, die Entstehung von bestimmten Tumoren und Herzerkrankungen zu hemmen. Da die natürlichen Schutzmechanismen des Körpers nicht immer ausreichend sind, ist eine Unterstützung durch Antioxidanzien aus der Nahrung sinnvoll.


Enthält grüner Tee mehr Antioxidanzien als schwarzer Tee? 

Sowohl grüner als auch schwarzer Tee sind reich an antioxidativen Flavonoiden. Die Mengenunterschiede sind so geringfügig, dass man nicht sagen kann, dass grüner Tee mehr Antioxidanzien enthält als schwarzer Tee.


Wieviel Koffein enthält Tee? 

Eine Tasse (200 ml) Tee enthält im Durchschnitt 40 mg Koffein. Zum Vergleich: Eine Tasse Bohnenkaffee enthält etwa doppelt so viel.
Das 1827 erstmals im Tee entdeckte Koffein wurde zunächst als "Teein" bezeichnet. Im Gegensatz zu Kaffee kommt es im Tee nicht in freier, sondern in gebundener Form vor, was eine andere Aufnahme und Wirkungsweise im Körper hervorruft. Während das Koffein in Kaffeespezialitäten zu einer rasch eintretenden, aber auch schnell wieder nachlassenden Anregung führt, bewirkt das Koffein aus dem Tee eine sanftere Anregung, die deutlich länger anhält. Man kann mit Recht sagen: "Tee regt an, aber nicht auf".


Stimmt es, dass grüner Tee weniger Koffein und mehr Gerbstoffe enthält als schwarzer Tee? 

Ausgehend vom trockenen Blatt ist der Koffeingehalt bei grünem und schwarzem Tee in etwa gleich groß. Wieviel Koffein in den frisch aufgebrühten Tee übergeht, hängt jedoch von der Zubereitungsart ab. Zum einen hat die Länge der Ziehzeit Einfluss auf den Koffeingehalt, zum anderen die Wassertemperatur. Da grüner Tee nicht wie schwarzer Tee mit kochendem Wasser aufgebrüht wird, ist der Koffeingehalt bei grünem Tee im Aufguss geringer.


Wirkt Tee entwässernd? 

Aufgrund seines Koffeingehalts wurde Tee bisher eine leicht harntreibende Wirkung zugesprochen. Eine Studie des Nebraska Medical Center, USA belegt jedoch, dass das Koffein eine untergeordnete Rolle spielt. Tee unterstützt, ebenso wie andere Getränke, die täglich empfohlene Flüssigkeitszufuhr von mindestens zwei Litern. Eine aktuelle Untersuchung des Forschungsinstituts für Kinderernährung in Dortmund zeigt zudem, dass Teetrinkerinnen besonderes gut mit Flüssigkeit versorgt sind. Für Prof. Dr. Friedrich Manz steht fest: „Tee und Kaffee sind nicht als ‚Flüssigkeitsräuber’ einzustufen.“


Was ist "Fermentation"?

Fermentation ist der Oxydations- und Gärungsprozess des bei der Verarbeitung von Tee austretenden Zellsaftes mit Sauerstoff - und stellt einen wichtigen Unterschied zwischen den Teesorten dar. Eine Fermentation wird durch blatteigene Enzyme bewirkt, welche insbesondere die vorhandenen Catechine verändern.

Möchte man diese Fermentation bei einigen Teesorten (z.B. grünen Tees) verhindern, werden die Enzyme, genauer gesagt die Polyphenoloxidase, durch Erhitzen unwirksam gemacht. In Japan wird hierzu der Tee gedämpft, in China wird traditionell eher geröstet.

Grüner Tee wird überhaupt nicht fermentiert. Schwarzer Tee vollständig. Unterbricht man den bereits begonnenen Fermentationsprozeß durch Wärmezufuhr erhält man einen Oolong-Tee. Diese Tees sind halbfermentiert und je nach dem, wie lange sie fermentieren konnten sind sie im Charakter eher grün oder eher schwarz.